Forschungsdatenbank

Life Skills als Transitionshilfe? (LiST) Berufsbiografische Konsequenzen gestärkter Lebenskompetenzen für die erfolgreiche Einmündung an der ersten Schwelle


Projektdauer:

01.03.13 bis 30.06.16

Kurzinhalt:

Das Forschungsvorhaben will den Einfluss von Life Skills (Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeitserwartungen, Selbstbewusstsein) für gelungene Übergänge an der ersten Schwelle (Übergang in die berufliche Ausbildung) analysieren. Es wird gemeinhin angenommen, dass – neben Zeugnissen und kognitiven Kompetenzen – auch „weichere“ persönlichkeitsbezogene Kompetenzen (Life Skills) für erfolgreiche Übergänge eine Bedeutung haben; belastbare Daten sind darüber aber nicht zu finden. Vorliegende Forschungsergebnisse zeigen immerhin, dass sozial benachteiligte Schüler/innen in statusniedrigen Bildungsgängen durchschnittlich über eingeschränktere Life Skills verfügen als Schüler/innen aus privilegierten sozialen Lagen und/oder Gymnasiasten.
Das interventionsorientierte Forschungsvorhaben will auf der Grundlage der Durchführung eines außercurricularen Unterrichtsprogramms untersuchen, ob sich die systematische Stärkung von Life Skills positiv auf die Transitionen von Schüler/innen in statusniedrigen oder mittleren Bildungs- und Ausbildungsgängen (Förder-, Haupt-, Real- und Werkrealschulen) an der ersten Schwelle auswirkt. Die geplante Studie ist als formative und summative Evaluation im Rahmen einer quasi-experimentellen Interventionsstudie mit Kontrollgruppendesign und Messwiederholung ausgelegt und in das Projekt „Lions Quest Erwachsen handeln“ eingebettet, in dessen Rahmen Life Skills fördernde Unterrichtsmaterialien entwickelt werden.

Ergebnis:

Unsere Befunde deuten zunächst auf ein hohes Niveau von selbst berichteten Life Skills auf den verwendeten Skalen hin, das verhältnismäßig wenig von sozialen Determinanten beeinflusst wird. Die wichtigsten Effekte wurden durch die Geschlechtszugehörigkeit und durch die schulische Performanz, vor allem durch die Mathenote abgebildet. Die Evaluationsstudie ergab, dass die Intervention, nicht zuletzt durch Deckeneffekte, keine nachweisbaren Effekte entlang der meisten verwendeten Skalen erzielt hat. Allerdings hat Erwachsen handeln nachweisbare Effekte im Bereich Sozialer und Kommunikativer Kompetenzen erzeugt, die eher motivational und weniger persönlichkeitsstrukturell gelagert sind. Schließlich haben wir, allerdings mit einer stark geschrumpften Stichprobe in der dritten Erhebungswelle etwa ein Jahr nach der Abschlussklasse, so dass die Befunde hier als explorativ einzustufen sind, einen signifikanten Effekt von Life Skills auf gelingende Übergangsprozesse gefunden. Konkreter formuliert verfügen Jugendliche, die auf weiterführende Schulen mit dem Bildungsziel Abitur/Fachabitur gehen, über signifikant höhere individuelle Life Skills zu Beginn der Abschlussklassen als Jugendliche in Berufsausbildung und als Jugendliche, die im Übergangssystem verweilen.

Projektbeteiligte:

Icon-UserProf. Dr. Immerfall, Stefan (Leitung)Profil
Icon-UserFereschta Sahrai, M.A.

In Zusammenarbeit mit:

Icon-PersonengruppeProf. Dr. Uwe Bittlingmayer, PH Freiburg
Prof. Dr. Uwe Faßhauer, PH Schwäbisch Gmünd

Verweis auf Webseiten:

Angehängte Dateien:

keine
Forschungsprojekt
abgeschlossen
Projekt-ID:253
Fak. 1 - Institut für Humanwissenschaften • Soziologie
Erfasst von Immerfall, Stefan(Prof. Dr.) am 25.10.16
Zuletzt geändert von Immerfall, Stefan(Prof. Dr.) am 25.10.16