„Pleasure & Plan[e]t“ - Genusspraktiken und kulinarische Alltagswelten im Spannungsfeld pflanzenorientierter Ernährung. Ein ko-konstruktives Forschungsprojekt
Projektdauer:
01.10.25 bis 30.09.27
Kurzinhalt:
Das Forschungsprojekt „Pleasure & Plan[e]t“ untersucht die Schnittstellen zwischen kulinarischem Genuss und pflanzenorientierter Ernährung. In einer Gesellschaft, in der Genuss meist mit Fleisch assoziiert wird, wird erforscht, wie vollwertig oder vegetarisch Essende ihren Genuss in kulinarischen Alltagswelten umsetzen und erleben. Ziel ist ein umfassenderes Verständnis von Genuss im Kontext pflanzenorientierter Ernährungsweisen und die Erweiterung bestehender Vorstellungen. Das Projekt nutzt mehrere Forschungsmethoden deren Ergebnisse abschließend trianguliert werden: Ein Scoping Review liefert eine Bestandsaufnahme der wissenschaftlichen Literatur zu Genuss im Spannungsfeld pflanzenorientierter Ernährung und identifiziert Forschungslücken. Darauf aufbauend wird ein Gruppen-Delphi eingesetzt, um interdisziplinäre Expert:innenmeinungen zu verschiedenen Genussdimensionen in pflanzenorientierten Ernährungsweisen zu sammeln und konsensbasierte Empfehlungen zu erarbeiten. Schließlich wird die Photovoice-Methode angewandt, um individuelle Perspektiven zu vollwertigen und vegetarischen und fleischorientierten Ernährungsweisen visuell und auditiv zu erfassen. Das ermöglicht den Teilnehmenden, ihre Genusspraktiken und Alltagserfahrungen in Bildern und Narrationen zu dokumentieren und zu reflektieren. Die Hypothese des Projekts besagt, dass die Diskurse zu Genuss und pflanzenorientierter Ernährung fragmentiert sind und nicht die gesamte Vielfalt genussbezogener Praktiken umfassen, was Vorurteile gegenüber nachhaltigeren Ernährungsweisen fördert. Es wird erwartet, dass Menschen mit pflanzenorientierter Ernährung spezifische, aber wenig beachtete Genusspraktiken pflegen, die in den Diskursen unterrepräsentiert sind. Durch die gewonnenen Erkenntnisse sollen Good-Practice-Impulse entwickelt werden, um Akteure der Ernährungskommunikation und -bildung sowie der Gastronomie für eine offenere, genussorientierte Perspektive bei pflanzenorientierter Ernährung zu sensibilisieren und das genussfeindliche Image gesundheitsfördernder Ernährung zu reduzieren. Die Ergebnisse richten sich v.a. an wissenschaftliche und praxisorientierte Akteure, um den Genussdiskurs im Spannungsfeld pflanzenorientierter Ernährungsweisen zu erweitern.
Projekt-ID:351 • Ausrichtung: national Fak. 1 - Institut für Gesundheitswissenschaften • Ernährung, Konsum und ModeErfasst von Höhl, Karolin(Dr.) am 03.06.25